MEDICAL FLOSSING

Das Flossing hält seit kurzer Zeit Einzug in der Physiotherapie und Rehabilitation.

Viele Bundesligavereine, wie Hannover 96 nutzen diese Methode bereits in Ihrem Therapiekonzept.

Zu dieser neuen Therapiemethode gibt es noch keine Evidenzen, jedoch kann man die Wirkungsweise wie folgt erklären: Bereits in den 90er Jahren wurden im Rahmen der Manuellen Lymphdrainage Extremitäten mit Kurzzugbinden gewickelt und die Patienten sollten mit dieser Bandage gehen oder sich auf dem Ergometer bewegen.

Der Nachteil war damals, dass die Binden die Beweglichkeit zu sehr behinderten oder sich bei Übungen lösten. Ein Training mit Bandagierung war somit nicht möglich. Durch die neuen Gummibänder hat man nun die Möglichkeit, auch komplexe Bewegungen mit Kompression durchzuführen.

 

Ein Gedankenmodell: Der intraartikuläre Druck wird durch das Einwickeln der Gelenke deutlich erhöht. Normalerweise würde sich durch Bewegung die Flüssigkeit immer innerhalb der Kapsel bewegen, in der gerade niedrigere Spannung herrscht. Durch das Band wird von allen Seiten gleichmäßig Druck aufgebaut, sodass mehr Flüssigkeit resorbiert werden kann und Ergüsse deutlich schneller als mit anderen Methoden verschwinden. Weiter wird durch die Kompression ein Rückstau des Blutes erzeugt.

Beim Lösen des Bandes strömt das Blut schlagartig zurück in das unterversorgte Gelenk. Dies beschreiben die Patienten als ein leichtes angenehmes Gefühl. Dieser Effekt regt vermutlich den Stoffwechsel an und hat eine bessere Trophik zur Folge.

 

Eine weitere Hypothese ist der Stimulus der Mechanozeptoren durch die Kompression. Es werden die Informationen aus den Nozizeptoren, also Schmerz- und Schadensmelder, überdeckt, wodurch der Patient bei den Übungen größere Bewegungsamplituden tolerieren kann. Klar muss sein, dass der Einsatz von Flossing an Patienten ein großes Wissen der Therapeuten über Pathologie, Anatomie und Physiologie voraussetzt.

Zu intensive oder zu lange Anwendungen können die Wundheilung stören und Komplikationen provozieren.

 

Inhalt:

• Grundprinzip des Medical Flossing

• Ansätze zur Erklärung der Wirkung

• Einsatzgebiete

• Anwendung

• Selbsterfahrung

 

Kosten: 159,- € incl. Skript & Flossband

 

Kursleitung: Andreas Ahlhorn (PT, stud. BSc. PT)

 

Mindestteilnehmerzahl: 10

 

Termine:

 

2018

25. August (09:00 - 17:00 Uhr) frei

 

 

Anmeldung HIER

Medical Flossing (2.0) - Aufbaukurs

Medical Flossing ist mittlerweile ein angesehener Bestandteil der Therapiewelt. Über die Fussball Bundesliga hinaus hat diese Behandlungsmethode deutlich mehr zu bieten als die Anwendung in der Sportphysiotherapie und bei Akutversorgung. Die Kombination mit Manueller Therapie, Faszialer Therapie uvm. bietet ein breites Anwendungsgebiet, zum Beispiel im Bereich Geriatrie, Neurologie, Orthopädie oder in der Rehabilitation.

In den letzten Jahren haben wir die Methode verbessert und Möglichkeiten zur spezifischen Anwendung realisiert, angepasst auf Diagnose und Problematik des Patienten.

 

Im „Medical Flossing Aufbaukurs“ werden neue Applikationstechniken gelehrt. Ein wichtiger Bereich dabei ist die Vektorenlehre, in diesem Kontext also das Verhältnis zwischen Zugrichtung des Bandes, Vorpositionierung der Gelenkpartner und der durchgeführten Bewegung. Durch die Vertiefung dieses Themas ist es möglich spezifische, biomechanisch geleitete Zielsetzungen direkt mit der Applikation zu erzielen.

 

Neue Applikationsformen, wie die Spiralapplikation, gehen etwas von der klassischen zirkulären Anwendung des Bandes weg. Dadurch lassen sie sich hervorragend in funktionelle Zielsetzungen einbinden und bieten die Möglichkeit dreidimensionale Bewegungsformen für die Übung zu erleichtern, zu erschweren oder zu führen.

Die neuromuskuläre Stimulation spielt dabei in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle. 

 

Die Performance eines Sportlers kann dadurch gesteigert werden (z.B. Sprung“kraft“). Auch postoperativ ist eine schnelle neuromuskuläre Ansteuerung für den Rehabilitationsverlauf wichtig. Die Verwendung von zusätzlichen Tools, beispielsweise um punktuelle Therapieansätze wie Triggerpunkttherapie zu unterstützen, spielt eine weitere Rolle in diesem Tageskurs. Durch weitere Kombinationsan- lagen schließt sich der Kreis zum Basiskurs „Medical Flossing“. Auch in osteopathischer Hinsicht spielt Medical Flossing inzwischen eine tragende Rolle. Im Kurs werden Techniken und Vorgehensweise innerhalb der Therapie behandelt und ermöglichen eine direkte Anwendung. Es empfiehlt sich ausdrücklich den Basiskurs besucht zu haben, bevor man in den „Medical Flossing Aufbaukurs“ einsteigt, jedoch ist es keine Grundvoraussetzung. Grundlagen und Wirkungstheorien von Medical Flossing im Allgemeinen werden allerdings eine deutlich geringere Rolle spielen als im Basiskurs. 

Inhalt:

• Vertiefung der Theorien
• Applikationstechniken (Positioning-Technik,...)

   Applikationsformen
• (Spiralanlage,...)
• biomechanische Aspekte funktionelle Therapieformen mit Medical Flossing

• osteopathische Hintergründe

• Triggerpunkttherapie mit Medical Flossing

• Medical Flossing post- operativ 

Kursleitung:

Andreas Ahlhorn

Physiotherapeut, BSc. Physiotherapie, Heilpraktiker (Physiotherapie)

 

Ralf Blume

Physiotherapeut bei Hannover 96, Heilpraktiker (Physiotherapie)

 

Prof. Dr. Karsten Knobloch

Facharzt für Handchirurgie, Sportmedizin, Rettungsmedizin, Chirurgie, Vorstandsmitglied der dt. Stosswellengesellschaft DIGEST

 

 

Kosten:

159,- € incl. Skript & Flossband (Medizinprodukt) 

Termin:

2018

26. August (Sonntag 09:00 - ca. 17:00 Uhr) frei

 

Kursanmeldung hier

 

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