Neurovaskuläre Therapie nach Lutz M. Scheuerer

Die Ausbildung Neurovaskuläre Therapie beschäftigt sich mit neuronaler, vaskulärer und faszialer Mobilisation der Leitungsbahnen.

 

Dem Therapiekonzept basiert auf der Überlegung, dass Mindermobilitäten der myofaszialen, der viszeralen und des bindegewebigen Schichten die Beweglichkeit der Nerven und Gefäße einschränken und es dadurch zu einer „Dehnung“ der neurovaskulären Strukturen kommt. Durch eine „Überdehnung“ würde es zu einer Verletzung und damit zu einem eventuell irreversiblen Schaden im Bereich des Nerv- und Gefäßsystems kommen, um dies zu verhindern, bedient sich der Körper eines einfachen Schutzmechanismus, er erhöht den Tonus der die Nerven, bzw. Gefäßen umgebenden Muskulatur und verhindert somit eine Überdehnung!

 

Durch diesen Mechanismus wird unsere Haltung verändert und wir verlieren Mobilität in allen Bereichen des Körpers die betroffen sind!

Die Medizin bescheinigt uns dann, dass wir eine schlechte Haltung haben und unsere Muskulatur verkürzt ist! Und das wäre dann die Ursache für unsere Beschwerden!?

 

Ich glaube, das die schlechte Haltung, die Verkürzungen und die Verspannungen in der Muskulatur nur eine Reaktion, also ein Symptom, einer verminderten neurovaskulären Mobilität sind.

 

In der Ausbildung zum Neurovaskulär Therapeuten zeigen wir einen diagnostischen Weg auf und die daraus resultierende Therapie.

In den Kursen werden die Anatomischen Grundlagen und die funktionelle und therapeutische Konsequenz dargestellt.

 

 

Die Kursreihe beinhaltet 4 Kurse:

 

Teil 1: Thorax und Hals

Grundlagen:

- Anatomische Grundlage, Physiologie der Gefäße und Nerven

  • Auswirkung auf das Cranio-Sakrale, kardiovaskuläre, pulmovaskuläre und fasziale System

- Neurovegetative Zusammenhänge und deren Behandlung

- Mechanische und neurologische Beeinflussung der Arthro- und Muskelkinematik

- Pathologische Auswirkung auf das muskuloskeletale System

- Integration in das Cranio-Sakrale, Viscerale und Parietale Behandlungskonzept

  • Beeinflussung der Haltung durch Mindermobilitäten im Neurovaskulären Bereich

  • Kontraindikationen und Indikationen für eine neurovaskuläre Behandlung

  • Mechanik des Thorax

 

Untersuchung und Behandlung:

- Statische Untersuchung in 3 Ebenen und Interpretation in Bezug auf  
  neurovaskuläre Strukturen.
- Untersuchung des Thorax (Pleura parietalis, Dura spinalis, Thoraxgefäße)

- Interpretation und Therapieaufbau

- Mobilisation der Pleura parietalis, der Dura spinalis und der Thoraxgefäße

 

 

 

Teil 2: Obere Extremität

Grundlagen:

- Anatomie der oberen Extremität

- Mechanik des Schultergürtels und der Schulter

- Neurovaskulärer Zusammenhang der oberen Extremität mit dem Thorax

- Kontraindikationen und Indikationen für eine neurovaskuläre Behandlung

 

Untersuchung und Behandlung:

- Untersuchung und Behandlung des Plexus brachialis, der Nerven und Gefäße der

  oberen Extremität

- Fasziale Behandlung der oberen Extremität

- Untersuchung und Behandlung der Gefäße der Mammae

 

 

 

Teil 3: Becken und untere Extremität

Grundlagen:

- Anatomie des Beckens und der unteren Extremität

- Mechanik des Beckens und der unteren Extremität

- Anatomie der Beckenorgane und die mechanische Auswirkung auf das Becken  
  und das statische System

- Kontraindikationen und Indikationen für eine neurovaskuläre Behandlung

 

Untersuchung und Behandlung:

- Untersuchung des Beckens und der unteren Extremität in 3 Ebenen

- Untersuchung und Behandlung des Beckens und der Beckenorgane

- Fasziale, neuronale und vaskuläre Behandlung der unteren Extremität

 

 

 

Teil 4: Dura meningealis, vegetatives Nervensystem, Hirnnerven

Grundlagen:

- Anatomie des Craniums und der Hirnnerven

- Aufbau und Funktion des vegetativen Nervensystems

- Kontraindikation und Indikationen

 

Untersuchung und Behandlung:

- Untersuchung der cranialen Mobilität und des vegetativen Nervensystems

- Behandlung der Dura meningealis und der Hirnnerven

- Behandlung der vegetativen Plexus und des Grenzstrangs

 

 

 

Veranstaltungsinformationen:

- Jeder Kursteil umfasst 4 Tage.

- Die Kurse sollten in der Reihenfolge 1 bis 4 belegt werden!

- Änderungen nach Absprache sind möglich!

 

Kurszeiten:

1. Tag Beginn: 9.30 Uhr Kursende: ca. 18.00 Uhr

2. Tag Beginn: 9.00 Uhr Kursende: ca. 18.00 Uhr

3. Tag Beginn: 9.00 Uhr Kursende: ca. 18.00 Uhr

4. Tag Beginn: 9.00 Uhr Kursende: ca. 14.00 Uhr

 

Kurspreis: Je Kurs (4 Tage)

  • 580,- €
  • Mitglieder des BVO 530,- € (nur mit Nachweis der Mitgliedschaft)
  • Im Kurspreis enthalten sind Pausenverpflegung mit Kaffee, Tee, Säfte, Wasser, Brezen, Kuchen, Kekse, Download des Skripts

 

Skript:

Das Skript wird für alle Kursteilnehmer als pdf zum Download bereit gestellt.

Dies wird über die Webseite des Infomed (www.fortbildungszentrum.net) ermöglicht.

Die Fortbildungsakademie Lieser gibt zu diesem Zweck alle Daten, insbesondere

e-Mail Adresse an das Infomed Fortbildungszentrum weiter und die Kursteilnehmer bekommen vom Infomed die Zugangsdaten per Mail zugesandt.

 

Kontakt zum Skript über das Infomed Fortbildungszentrum

Bayerwaldstr. 12, 93073 Neutraubling, Tel. 09401-912307, Fax 09401912308

Mail: info@fortbildungszentrum.net, Webseite: www.fortbildungszentrum.net

Ansprechpartner: Claudia Knight

 

Dozenten:

Lutz M. Scheuerer

- Physiotherapeut
- BSc in Manueller Medizin und Osteopathie
- Fachlehrer für Manuelle Therapie
- Dozent am Deutschen Fortbildungsinstitutes für Osteopathie (DFO)

 

Prof. Dr. med. Marion Raab

- Fachärztin für Anatomie

- PNI Therapeutin

- Neurovaskulär Therapeutin

 

Ersin Akgün

- Physiotherapeut, Osteopath BAO

- Fachlehrer für Manuelle Therapie

- Neurovaskulär Therapeut

 

 

Fortbildungspunkte:

Für Osteopathen werden je Teil 40 Fortbildungspunkte vergeben.

Für Physiotherapeuten werden je Teil 30* Fortbildungspunkte vergeben.

 

*(Fortbildungspunkte werden grundsätzlich unter Vorbehalt vergeben, da auf Spitzenverbandsebene bislang bundesweit keine verbindliche Einigung über die Anerkennung von Kursen getroffen wurde.)

TERMINE:
Teil 1 
15 - 19. November 2017 Thema: Thorax und Hals
 
Teil 2 
03. - 06. Mai. 2018 Thema: Obere Extremität
 
Teil 3 

05. - 08. Juli 2018  Thema: Becken und untere Extremität

Achtung Termin wurde auf 20. - 23. Sept. 2018 verlegt!!

Teil 4

20. - 23. September 2018
Thema: Vegetatives Nervensystem, Hirnnerven, Dura meningealis
Achtung Termin ist nicht mehr gültig, Teil 4 wird auf 2019 verlegt und rechtzeitig hier bekannt gegeben!!
 
Die Termine können vom Flyer wegen Terminänderungen abweichen. Richtig sind die hier auf der Homepage dargestellten Termine.

Mitzubringen sind:

Spannbetttuch oder großes Badehandtuch, Kajalstifte zum einzeichnen anatomischer Strukturen, Anatomieatlas - Netter-Anatomie des Menschen wäre empfehlenswert

 
 
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Neurovaskuläre Therapie nach Lutz M. Scheuerer

 

Persönliches Vorwort zur Ausbildung Neurovaskuläre Therapie

 

Die neurovaskulären Kurse beinhaltet keine wissenschaftlich fundierte Therapie, sondern stellt die Summe meiner therapeutischen Erfahrung dar.

Der Weg zur „Neurovaskulären Therapie“ war lang und geprägt von therapeutischen Misserfolge und daraus entstandenen Erfahrungen. Besonders das „Versagen“ am Patienten hat mich immer angetrieben und jedes „Scheitern“ motivierte mich mit noch mehr Einsatz auf die Suche nach den „Ursachen“ für die Schmerzen meiner Patienten zu machen.

 

Jahrelang hatten wir versucht durch Training, Dehnungen und Gelenkmobilisationen die Schmerzen, Verkürzungen und die körperliche Probleme unserer Patienten so zu beeinflussen, dass eine stabile schmerzfreie Situation erreicht werden konnte, leider war der Erfolg meist nur von kurzer Dauer, 2 bis 3 Tage, dann kamen die Beschwerden wieder zurück. Für viele Patienten ausreichend? Aber keine Lösung auf Dauer!

 

Warum konnte keine stabile Situation durch unsere Therapie erzeugt werden?

Genau diese Frage beschäftigte mich über Jahrzehnte und führte mich auf diesen Weg zu verschiedenen Therapeuten und therapeutischen Denkweisen.

Der erste Schritt entstand 1990 durch Paul St. John, der Triggerpoints faszial behandelte und für meine Patienten eine deutliche Besserung von viele Beschwerden ergab, jedoch auch dadurch konnte keine Stabilität auf Dauer erzielt werden.

Die Nervenmobilisation nach David S. Butler war meine große Hoffnung eine stabile Veränderung bei meinen Patienten zu erzielen! Die Kombination aus faszialer Mobilisation und Nervenmobilisation führte zu einer deutlich längeren Schmerzfreiheit, aber nicht zum Verschwinden der Beschwerden.

Als wir 2001 Stephen Typaldos und die Therapie seines Fasziendistorsionsmodel an unsere Schule für Osteopathie holten, wurde eine fasziale Verbindung vom Fuß bis zum Kopf geschaffen, ich erkannte wie wichtig es war den gesamten Körper als eine fasziale Einheit zu verstehen. Dies wurde von Thomas Myers 2002 und der Denkweise von Ida Rolf (Rolfing) in eine statische dreidimensionale Analyse geführt, die gleiche statische Analyse hatte bereits Paul St. John 12 Jahre vorher vermittelt und diese Denkweise prägt bis heute meine neuronale, vaskuläre und fasziale Untersuchung.

 

All diese Therapiekonzepte führten zu einer Reduktion der Schmerzen bei meinen Patienten, aber nicht zu einer permanenten Schmerzfreiheit, es musste also immer noch Ursachen geben welche nicht durch meine Therapie beeinflusst wurden!

 

Die Erkenntnis über nozizeptive Afferenzen bei der Dehnung von Nerven und Gefäßen führte zu einem Umdenken meines Therapieansatzes! Könnte es sein, dass Mindermobilitäten im Bereich von Nerven und Gefäßen zu einer „Schutzspannung“ in der die Nerven und Gefäßen umgebenden Muskulatur führte?

Jede „Dehnung“ eines Nerven oder eines Gefäßes führt zu einer mechanorezeptiven oder bei einer „Überdehnung“ zu einer nozizeptiven Afferenz und damit zur Aktivierung einer „Schutzreaktion“, welche in Form einer Erhöhung des Tonus der umgebenden Muskulatur ermöglicht wird.

Durch die Spannung der Muskulatur wird eine „Überdehnung“ und damit eine Verletzung der Nerven und Gefäße verhindert! Eine wichtige Überlebensstrategie, denn bei einer Ruptur der Nerven oder der Gefäße würde zu einem irreversiblen Schaden kommen, Lähmung und Ischämie wäre die Folge! Es handelt sich also um eine Überlebensstrategie des Gewebes um Schäden zu vermeiden!

 

Bei vielen chronischen Schmerzpatienten zeigen sich „Verkürzungen“ der Muskulatur und diese scheinen verantwortlich für die Schmerzen! Wodurch entstehen Verkürzungen? Laut der aktuellen Forschung ist die Ruhemuskellänge genetisch bedingt und durch Dehnung nicht zu verändern. 

Wiemann K., „Beeinflussung muskulärer Parameter durch ein zehnwöchiges

Dehnungstraining“, Sportwissenschaft, 21 (1991)3: 295-306, ergänzt am 25.2.2004. Vielleicht entsteht eine verringerte „Muskellänge“ nur durch die Aktivierung der Muskulatur durch verminderte Mobilität der Nerven und Gefäße zwischen den Muskeln?

 

Genau diese Überlegung führte dazu, dass ich begann in direkter Weise zunächst Nerven, später Gefäße, gegenüber der umgebenden Muskulatur zu mobilisieren.

Mit überwältigenden Erfolg! Die Patienten berichteten von einer enormen Beschwerdereduktion oder totaler Beschwerdefreiheit über viel längere Zeit als ich jemals vorher durch meine Therapie erreicht hatte!

 

Dies war der Beginn meines neurovaskulären Therapiekonzepts und die Entwicklung ist bis heute nicht beendet, immer neue Schmerzpatienten kommen mit nicht klärbaren Schmerzen zu mir in die Praxis und diese erfordern immer neue Techniken und immer neue Denkweisen um die Mobilität der Nerven und Gefäße wiederherzustellen, meist mit überraschenden Erfolgen!

 

Genau dieses Erfolgserlebnis bei meinen Patienten führte zusammen mit dem Drängen meiner Kollegen zur Entstehung dieser Kursreihe!

 

Ich wünsch mir, dass durch diese Kurse die Aufmerksamkeit der Therapie mehr auf die Beweglichkeit der Nerven und Gefäße gerichtet wird und dadurch für viele Patienten eine Schmerzreduktion oder im optimalen Fall eine völlige Schmerzfreiheit erreichbar wird.

 

 

 

Lutz M. Scheuerer

BSc in Manueller Medizin und Osteopathie

Physiotherapeut

Fachlehrer Manuelle Therapie

Dozent am Deutschen Fortbildungszentrum für Osteopathie